THOLEY

Bergweiler

Wo Bruder Lappes einst zu Hause war

ArtikelbildEingebettet in das Tal der Theel, umrahmt vom Blasiusberg im Osten, vom Holzenberg im Westen und vom Jungenwald im Norden, liegt der schmucke Ort Bergweiler, der heute etwa 730 Einwohnerinnen und Einwohnern zählt.
Die liebevolle Bau- und Renovierungstätigkeit und Entwicklung im öffentlichen und privaten Bereich hat Bergweiler in den letzten Jahren zu einem Ort mit hoher Lebensqualität gemacht. So wurden die Dorfmitte neu gestaltet und viele alte Bauernhäuser liebevoll renoviert. Grünanlagen und Blumenschmuck, der überall zu finden ist, runden das Ortsbild ab.
Zu Recht ist man in Bergweiler darum auf erfolgreiche Teilnahmen am Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ (heute: „Unser Dorf hat Zukunft“) stolz.
Die Siedlung „Blasiusberg“ mit der gleichnamigen Kapelle war einst eine Einsiedelei, die im 18. Jahrhundert von zwei Benediktinern bewohnt wurde. Die Leibeigenen der Abtei Tholey waren zur Wallfahrt zur Blasuiskapelle verpflichtet. Am Markustag fand eine Prozession zur Kapelle statt, bei der bis Ende des 19. Jahrhunderts Jahrmarkt gehalten wurde. Die Entstehung der Kapelle reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Das anfangs aus Holz gebaute Gotteshaus brannte im Laufe der Jahrhunderte mehrere Male ab.
Die jetzige Kapelle stammt aus dem Jahr 1716. Während der französischen Revolution suchte ein Benediktinerbruder mit Namen Wilhelm Frank Zuflucht auf dem Blasiusberg. Im Anbau der heutigen Sakristei richtete er sich eine Wohnung ein und lebte hier als Einsiedler. Er ist heute noch im Dorf unter dem Namen “Bruder Lappes” bekannt. 1909 ging die Kapelle in den Besitz der Pfarrgemeinde Tholey über. Sie ist bis heute das historische Kleinod des Ortes geblieben und wird als Gotteshaus sowie für Konzerte genutzt.
Mitten im Dorf gibt es mit der Erasmuskapelle ein weiteres Kirchlein, von den Bergweilern liebevoll restauriertes Kirchlein, das ebenfalls einen Besuch wert ist. Im Himmelbergwald steht das so genannte Heiligenhäuschen. Die kleine Waldkapelle soll ein Offizier um das Jahr 1720 aus Dankbarkeit für seine Genesung errichtet haben und wird heute noch von vielen Gläubigen zum Gebet besucht.
19.11.2013 Druckversion