THOLEY

Geschichte

Die Geschichte

ArtikelbildTholey ist eine schmucke Gemeinde mit ländlichem Charakter, reich an Traditionen und einer weit zurückreichenden Geschichte.
Die ersten Tholeyer waren Kelten, die sich etwa 400 vor Christus hier ansiedelten. Sie errichteten auf dem 569 Meter hohen Schaumberg eine Verteidigungsanlage und eine Fliehburg als Zuflucht für die Bewohner. Wichtigstes archäologisches Zeugnis jener Zeit ist ein Fürstengrab, der "Fuchshübel" zwischen Theley und Selbach.
Um das Jahr 50 v. Chr. eroberten die Römer das Land um den Schaumberg. In dieser Zeit erlebte "Castrum teulegium“, wie die Römer das Schaumbergdorf nannten, seine Blüte. Begünstigt durch seine Lage am Knotenpunkt zweier wichtiger Fernstraßen zwischen Metz und Mainz einerseits und Straßburg – Trier andererseits, entstand die größte Siedlung der Region. Diese römische Siedlung, nach deren Überresten jetzt im Wareswald gegraben wird, wurde in den Wirren der Völkerwanderung zerstört.
Im 7. Jahrhundert errichtete der fränkische Diakon Adalgisel Grimo auf den Ruinen einer ausgedehnten römischen Badeanlage eine Kirche, die heutige Abtei Tholey, die als ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum gilt. Die Abtei Tholey erreichte ihren ersten Höhepunkt um das Jahr 1000. Als Sitz eines Archidiakonates unterstanden ihr bis zur Französischen Revolution 154 Pfarreien des Erzbistums Trier.
Um 1200 baute man dort, wo einst die keltische Fliehburg und später das römische Kastell standen, eine ausgedehnte Burganlage, die zum Schutz der Abtei gedacht war. Die Schaumburg wurde 1522 erstmals von Franz von Sickingen erobert und von den Schweden im Jahr 1631 während des 30-jährigen Krieges endgültig zerstört. Im Jahre 1635 war das Oberamt Schaumburg fast ausgestorben.
Im Zuge der Eroberung durch französische Revolutionstruppen wurde die Benediktinerabtei Tholey aufgelöst, die Mönche vertrieben und der Besitz der Abtei versteigert. Tholey wurde mit anderen Gemeinden zur Mairie Tholey im Kanton Tholey, Arrondissement Thionville, im Moseldepartement zusammengefaßt.
Nach dem Untergang Napoleons gelangte Tholey an Preußen. Es wurde Sitz einer Amtsverwaltung, eines Amtsgerichts, einer Poststation und eines Katasteramtes.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Tholey 1946 wieder dem Kreis St. Wendel angegliedert, dem es heute noch angehört. 1949 wurde die Benediktinerabtei Tholey mit päpstlichem Erlass wieder errichtet. 1950 begannen die Mönche der Abtei St. Matthias zu Trier mit dem Aufbau eines neuen Klosters.
22.04.2013 Druckversion