Sportturnier der Jugendfeuerwehren der Gemeinde Tholey
3. April 2025

„Driwwer geschwätzt“ – die Infoseite des Bürgermeisters: #17: Gemeinderatssitzung – Feuerwehr, Gewerbeflächen und viele Baumaßnahmen

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der April hat begonnen, der Frühling steht vor der Tür und das Jahr 2025 ist in vollem Gange – auch bei uns in der Gemeinde Tholey. Und weil der 1. April erst in dieser Woche war eines vorneweg: Der von mir in den sozialen Medien angekündigte Neubau einer Seilbahn quer durch die Gemeinde Tholey war (für einige leider) nur ein Aprilscherz. Aber einer, der viele Mitbürgerinnen und Mitbürger zu tollen Weiterentwicklungen und Ideen angeregt hat. Ich finde, in Zeiten wie diesen braucht es an manchen Tagen auch einmal Spaß, ein Augenzwinkern und gemeinsames Lachen. Dafür ist sicher auch der 1. April da, aber hoffentlich finden wir immer wieder auch in diesem Jahr bei den vielen Festen und Veranstaltungen ausreichend Zeit, um Spaß und Freude zu erleben. Denn auch das ist manchmal nötig!

In der heutigen Ausgabe von „Driwwer geschwätzt“ wird es womöglich etwas weniger spaßig zugehen, dafür aber informativ. Denn ich will über die Ergebnisse der Gemeinderatssitzung vom 2. April ebenso berichten wie über den Glasfaserausbau. Und schon jetzt sei verraten: In der nächsten Ausgabe wird das Thema Kinderbetreuung eine große Rolle spielen. Das sollte schon dieses Mal der Fall sein, aber die Themen der Gemeinderatssitzung sollten Vorrang genießen.

Sitzung des Gemeinderates – Feuerwehr, Gewerbeflächen und vieles mehr!

Die jüngste Gemeinderatssitzung am vergangenen Mittwoch komplettierte nicht nur den aktuellen Vierklang der Großprojekte in unserer Gemeinde Tholey, sondern brachte auch eine Reihe weiterer wichtiger Beschlüsse, auf die ich in Auszügen eingehen möchte

Erweiterung und Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Hasborn-Dautweiler

Interkommunale Zusammenarbeit, also die Kooperation zwischen den Gemeinden im Landkreis St. Wendel, ist das Stichwort für das zweite Großprojekt im Ortsteil Hasborn-Dautweiler neben dem Neubau einer KiTa/FGTS: Denn für rund 3 Millionen Euro (bei 1,8 Millionen Zuschüssen des Innenministeriums) wird ab Herbst 2025 der Neubau einer Atemschutzwerkstatt sowie der Umbau der bestehenden Fahrzeughalle beginnen. Der Gemeinderat hat die Vergabe der Bauleistungen an einen Generalunternehmer aus Zweibrücken einstimmig beschlossen.

Die Atemschutzwerkstatt, in der das geschulte Personal derzeit noch vollständig auf ehrenamtlicher Basis die Atemschutzgeräte wartet, soll im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit im Feuerwehrzweckverband St. Wendeler Land, in dem alle Kommunen und der Landkreis St. Wendel Mitglied sind, künftig nicht nur für die Löschbezirke der Gemeinde Tholey, sondern auch für weitere Gemeinden im Umkreis geleistet werden. Das heißt: Werden im Rahmen von Einsätzen oder realistischen Übungsszenarien Atemschutzgeräte zum Eigenschutz verwendet, werden diese nach Einsatzende nach Hasborn-Dautweiler gebracht, gereinigt, desinfiziert gewartet und nach finaler Prüfung wieder für den Einsatz freigegeben. Eine absolut verantwortungsvolle Aufgabe, denn die Geräte sind im Einsatzfall überlebenswichtig!

Um für genau diese Szenarien moderne und zeitgemäße Infrastruktur zu schaffen, wird an das bestehende Feuerwehrgerätehaus ein neues, barrierefreies Gebäude angebaut, in dem künftig die Prüfungen durchgeführt werden können. Ergänzt wird der Anbau durch feuerwehrkonforme Umkleidemöglichkeiten und Sanitärbereiche sowie einen Fahrzeugstellplatz. Denn durch neue baurechtliche Vorgaben können im alten Gebäudeteil künftig nur noch zwei statt drei der am Standort eingesetzten Fahrzeuge untergebracht werden.

Für mich ist dieser Beschluss aus zwei Gründen richtungsweisend. Grund eins: Wir schaffen damit die Voraussetzungen für eine echte Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg, die für eine moderne Freiwillige Feuerwehr in Zukunft unerlässlich sein wird.

Und Grund zwei: Wir unterstützen damit unsere ehrenamtlichen Strukturen der Freiwilligen Feuerwehr mit einem besonders wichtigen, weil höchst sicherheitsrelevanten Projekt. Drei Millionen Euro sind sicherlich eine große Summe, aber sie dienen ganz maßgeblich dem Schutz derjenigen, die sich Tag und Nacht an 365 Tagen im Jahr um unsere Sicherheit sorgen.

Das gilt auch für zwei andere Projekte: Wegen einer defekten Heizungsanlage im Gerätehaus Tholey beschaffen wir kurzfristig und dank der Unterstützung des Innenministeriums eine neue Wärmepumpe, damit der Löschbezirk einsatz- und übungsfähig ist. Und im Bohnental laufen die Planungen im Rahmen einer Machbarkeitsstudie für das neue gemeinsame Gerätehaus ebenfalls auf Hochtouren.

Umso froher bin ich, dass der Gemeinderat diese Investitionen in die Freiwillige Feuerwehr seit vielen Jahren mit überwältigender Mehrheit unterstützt. Danke dafür!

Gewerbeflächenkonzept – Chancen der Zukunft

Die Gemeinde Tholey verfügt über eine vielfältige Unternehmerschaft mit engagierten Handwerks- und Gewerbebetrieben genauso wie Dienstleister aus den verschiedensten Bereichen. Diese Struktur ist für uns als Gemeinde wichtig, denn sie sichert und schafft Arbeitsplätze direkt vor unserer Haustür. Das zeigt aktuell auch das Beispiel der Firma Fricke, wo erste Einstellungen erfolgt sind und die Arbeiten auf Hochtouren laufen, aber auch die Stellenanzeigen anderer Fachbetriebe. Ebenso froh bin ich, dass ich in den letzten Monaten mit meinem Team zwei weitere Ansiedlungen begleiten und unterstützen durfte – auch das ist Teil der Arbeit im Rathaus.

Ein Problem gibt es aber: Betriebe, die wachsen oder sich neu ansiedeln wollen, finden derzeit in unserer Gemeinde zu wenig Platz. Denn die erschlossenen Industrie- und Gewerbeflächen sind allesamt veräußert und bebaut und die Erweiterung des Gewerbegebiets Wällerichen in einem zweiten Bauabschnitt musste letztlich wegen fehlender Fördermittel zurückgestellt werden, da Kosten und Flächenpotentiale letztlich in keinem Verhältnis mehr standen.

Da wir in der Gemeinde Tholey aber auch zukünftig ein attraktiver Industrie- und Gewerbestandort bleiben und die attraktive Verkehrslage sowie das wunderbare Umfeld nutzen wollen, braucht es perspektivisch neue Erschließungsflächen. Daher hat das von der Gemeinde beauftragte Unternehmen Kernplan aus Illingen am Mittwoch eine Potentialstudie präsentiert. Die Studie hat dabei die verschiedensten restriktiven Faktoren berücksichtigt, darunter Naturschutzgebiete und sonstige umweltschutzrechtlichen Vorgaben, aber auch positive Faktoren wie Verkehrsanbindung, Grundstücksverfügbarkeit (Anzahl der Parzellen etc.) und weitere.

Das Resultat: Zwei Flächen sollte die Gemeinde besondere Aufmerksamkeit schenken. Einerseits der Verlängerung des Industrie- und Gewerbeparks BAB 1 in westliche Richtung (zur BAB 1 hin), andererseits eine neue Erschließung westlich der Bundesstraße B269 in Richtung Thalexweiler im rückwärtigen Bereich des Park-and-Ride-Parkplatzes an der BAB 1 bzw. der dortigen Autobahnmeisterei. Beide Standorte erfüllen viele der relevanten Kriterien, sodass sie mit Prioritätsstufe 1 versehen wurden. Andere Flächen hingegen, zum Beispiel westlich von Bergweiler, wo ein neuer Autobahnanschluss nötig werden würde oder rund um Hasborn-Dautweiler, eignen sich zwar ebenfalls, haben aber teils größere Nachteile, die eine Erschließung äußerst langwierig und noch dazu kostspielig werden lassen.

Wie geht es nun weiter? Nach dem Beschluss des Gemeinderates werde ich gemeinsam mit meinem Team in Zusammenarbeit mit Erschließungsexperten z.B. der Landesentwicklungsgesellschaft die nächsten Schritte sprechen – hier geht es um Fragen des Grunderwerbs, der Bauleitplanung und vieles mehr. Solche Projekte brauchen Zeit, schnelle Erfolge gibt es selten. Aber wir bleiben dran, damit wir auch in Zukunft Unternehmen eine Heimat bieten können.

Umgestaltung der Friedhöfe, Grünpflege und Straßensanierung

Weiter geht es derweil auch an anderen Stellen in der Gemeinde Tholey. Zunächst hat der Gemeinderat beschlossen, gleich mehrere Aufträge zum Start in die Umgestaltung unserer Friedhöfe zu vergeben, über deren Grundlagen ich ja bereits an dieser Stelle berichtet hatte. In einem ersten Schritt wurden die Tiefbau- und Landschaftsbauarbeiten für drei Teilprojekte vergeben: Den Ruhehain in Hasborn-Dautweiler sowie das Sternenkinderfeld und den Urnengarten in Tholey. Im nächsten Schritt werden je nach Ausschreibungsergebnis (da auch für solche Projekte jährlich nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung stehen) die Friedhöfe in Theley, Sotzweiler und Scheuern folgen, ehe abschließend Maßnahmen in Überroth-Niederhofen und Bergweiler anstehen.

Ebenfalls vergeben wurde ein gemeinsam mit unserer Nachbargemeinde Oberthal erarbeiteter Rahmenvertrag zur Straßensanierung an ein regionales Straßenbauunternehmen. Im Rahmen dieses Vertrages sollen an den verschiedensten Stellen im Gemeindegebiet Straßen saniert bzw. ausgebessert werden. Wenngleich wir gerne noch zügiger mehr Straßenabschnitte sanieren würden, fehlen uns an dieser Stelle leider die notwendigen Haushaltsmittel und Förderprogramme von Land und Bund. Daher gilt es umso mehr, zu priorisieren und dort zu sanieren, wo auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigt ist. Schritt für Schritt wollen wir dennoch hier weiterkommen.

Der dritte große Auftrag dreht sich rund um das Thema Grünpflege. Denn gerade im Frühjahr ist der Baubetriebshof quasi rund um die Uhr damit beschäftigt, sämtliche Grünanlagen, Wiesen, Parks, Spielplätze, Friedhöfe und andere Bereiche in Ordnung zu halten. Um hier zu unterstützen, haben wir Aufträge vergeben, um sowohl auf unseren großen Friedhöfen als auch bei der grundsätzlichen Grünpflege externe Unternehmen hinzuzuziehen. Das schafft beim Bauhof Entlastung, damit die verschiedensten Aufgabenfelder gut erledigt werden könnten. Danke am mein Team des Bauhofs an dieser Stelle!

Glasfaser – wie geht es weiter?

Das Thema Glasfaserausbau treibt von Beginn an auch den Gemeinderat um. Denn zufrieden ist niemand – sei es mit der Geschwindigkeit der Bauarbeiten, deren Qualität oder der Informationspolitik. Daher fand vor zwei Wochen im Rathaus erneut ein Gespräch von mir und meinem Team mit Vertretern des Unternehmens statt, in dem wir auch unseren deutlichen Unmut geäußert haben. In der Gemeinderatssitzung hat das Unternehmen nun erneut aktualisierte Bauzeitenpläne geliefert und Fragen der Ratsmitglieder beantwortet. Aber auch hier war der Unmut spürbar und groß!

Dabei wurde deutlich, dass es in einigen Bereichen zwar sichtbare Verbesserungen gegeben hat, an anderer Stelle aber noch deutliche Ausbesserungsbedarfe vorhanden sind und gerade die Kundinnen und Kunden Klarheit hinsichtlich ihrer Anschlüsse brauchen und dass Schäden reguliert werden müssen. Es zeigt sich: Das Chaos der Anfangsphase ist schlicht nicht behoben!

Ich sage es noch einmal deutlich: Wir können mit dem Ausbau der Glasfaser in unserer Gemeinde sicher an vielen Stellen nicht zufrieden sein. Dies mahnen wir auch täglich durch unseren Tiefbauer sowie regelmäßig durch mich selbst an. Letztlich bleibt dieser eigenwirtschaftlich betriebene Ausbau aber als eine der wenigen Optionen, um auch im ländlichen Raum an das Glasfasernetz angeschlossen werden zu können. Daher werden wir weiter dafür kämpfen, dass dieser Ausbau auch gelingt!

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auf diesen hinter dem geneigten Leser liegenden drei Seiten habe ich wieder einmal versucht, eine Übersicht dessen zu liefern, was uns Tag für Tag im Rathaus, aber auch im Gemeinderat beschäftigt. Ihnen und euch diesen Einblick zu bieten, ist mir neben den vielen persönlichen Gesprächen, die ich täglich führen darf, sehr wichtig.

Es geht darum, zu erläutern, warum manche Entscheidungen die eine oder die andere Richtung nehmen, warum manche Projekte eine Schleife zusätzlich drehen müssen und manche sogar gänzlich gestoppt werden. Das ist für mich der richtige Ansatz. Und die Tatsache, dass es immer wieder Bürgerinnen und Bürger gibt, die diese Zeilen zum Anlass nehmen, mir zu schreiben und Fragen zu stellen oder Anregungen zu geben, sind ein guter Grund, genauso weiterzumachen. Und deswegen freue ich mich auch weiter über Kritik, Anmerkungen, Anregungen und natürlich auch über Lob und Zuspruch.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns allen beste Gesundheit, eine gute Zeit und hoffentlich einen schönen Start ins Frühjahr.

Bis zum nächsten Mal im neuen Jahr bei „Driwwer geschwätzt“.

Herzliche Grüße

Ihr Andreas Maldener